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Archiv: Montag, 28. August 2006

Vitamin A macht nicht nur schöne Augen

Als man das Vitamin A im Jahre 1913 immer mehr entdeckte, stellte man Versuche mit Albino-Ratten an. Diese haben eine fast farblose Netzhaut. Setze man nun Ratten, die mit einer mit Vitamin A angereicherten Kost ernährt wurden, in ein dunkles Zimmer, so färbte sich die Netzhaut durch Bildung des Sehpurpurs in wenigen Stunden purpurrot. Bei Ratten, die mit einer von Vitamin A freien Kost ernährt wurden, unterblieb diese Rotfärbung
der Netzhaut. Der Sehpurpur erneuerte sich nicht. Die Folge: Nachtblindheit und Schwierigkeiten, sich an Helligkeitsunterschiede anpassen zu können. Die ständige Auffrischung des Sehpurpurs gibt den Augen Glanz, Strahlkraft und Gesundheit. Fehlt die Zufuhr von Vitamin A jedoch, trocknet die Bindehaut ein. Nach dem Rattenversuch stellte man schnell fest, dass dies auch auf die ganze Haut des Menschen zutrifft. Die äußeren Hautschichten, die Deckzellen oder Epithelien, können ihre wichtige Aufgabe als Schutzorgane für den Körper nicht mehr erfüllen. Der Mensch wird also anfälliger gegen alle Arten von Infektionskrankheiten. Auch die Schleimhäute sind bei Mangel an Vitamin A in Gefahr ein zutrocknen. Man sollte also dieses Vitamin in erster Linie als ein wichtiges Schutz- Vitamin bezeichnen. Im Laufe der Jahre wurden noch weitere positive Wirkungen festgestellt:
Günstiger Einfluss auf das Wachstum des Körpers,
Hemmung der Schilddrüsenfunktion
und Schutz der Leber.
Wer eine richtig gemischte Kost mit Obst, Gemüse und anderer Nahrung zu sich nimmt, kann sich fast sicher sein, auch die notwendige Dosierung an Vitamin A, die etwa um 2 Milligramm pro Tag beträgt, seinem Körper zuzuführen.
Besonders reich an Vitamin A sind folgende Nahrungsmittel:
Palmöle, Kalbsleber, Eigelb, Kuhmilch, Butter, Karotten, Petersilie, Heilbuttlebertran, Spinat, Rahm, Käse und Dorschlebertran.
Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel und während der Stillzeit haben einen besonders hohen Bedarf an Vitamin A. Ein Schulkind kann seinen Bedarf an Vitamin A schon durch einen halben Liter Milch täglich decken. Weil das Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, können überschüssig aufgenommene Mengen vom Körper aufgespeichert werden. Sie setzen
sich in Leber, Niere und Lungen des Menschen ab und werden wieder wirksam, wenn der Körper diese Vorräte benötigt.

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